Logo
Department of Biology
Biocenter Klein Flottbek and Botanical Garden
    Division BEE  >  BEE Press: Theses >  10.7809/thesis.habil.002

Habilitation thesis  Open Access 

Überlebensstrategien und Diversität von Bäumen an einem Extremstandort - Ein Beispiel aus amazonischen Überschwemmungswäldern

Pia Parolin

Language: German

Published: 2002

First published online: 2013-02-15

DOI: 10.7809/thesis.habil.002

Author contact:
pparolin@botanik.uni-hamburg.de

Habilitation thesis in Biology at University of Hamburg

77 pp.

  Get PDF

Keywords: adaptation; alluvial plain; Amazon; biodiversity; Brazil; flood pulse; igapa ; inundation; life cycle; tree; survival strategy; tropical rainforest; varzea

Deutsche Zusammenfassung: Die im Forschungsbericht vorgelegten Arbeiten hatten zum Ziel, die Vielfalt von Überlebensstrategien am Extremstandort Überschwemmungswald Zentralamazoniens aufzuzeigen und zu verstehen. Die wichtigsten Ergebnisse waren: (i) Obwohl Überschwemmungswälder gemeinhin nicht als Extremstandort gelten, können Várzea und Igapó in Zentralamazonien als solche eingestuft werden, da sie für alle dort lebenden Organismen extreme Bedingungen bieten, die hohe Stressfaktoren darstellen und nur durch die Ausprägung besonderer Anpassungen dauerhaft besiedelt werden können. (ii) Der regelmäßige monomodale Flutpuls befähigte aufgrund seiner Vorhersagbarkeit die Organismen dazu, Anpassungen und Überlebensstrategien zu entwickeln. Die Lebenszyklen der Bäume sind an den Flutpuls gekoppelt, und die große Artendiversität geht einher mit einer für Extremstandorte ungewöhnlich hohen Diversität von morphologischen, anatomischen, physiologischen und phänologischen Anpassungen. Die Kombination verschiedener Adaptationen mündet in einer für jede Art charakteristischen Lebensstrategie und trägt zur Vielfalt bei. (iii) Trotz der anscheinend stark formenden Umweltfaktoren, die durch die gleichrichtende Kraft des Flutpulses eher Monotonie als Vielfalt erwarten ließen, kommt es zu einer Koexistenz sehr unterschiedlicher Strategien. (iv) Eine hohe Vielfalt von Habitaten und Gradienten bietet die Grundlage für die große Arten- und Strategienvielfalt in amazonischen Überschwemmungswäldern. (v) Die hohe Diversität der umgebenden Terra Firme Wälder ist durch die Einwanderung präadaptierter Arten eine kontinuierliche Quelle der Diversität in den Überschwemmungswäldern, während Radiation innerhalb dieser aufgrund von nicht ausreichenden Isolationsmechanismen in dem hochdynamischen, korridorähnlichen Fluss-System eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Die ökologische Spezialisierung der Bäume ist gering genug, um auf wechselnde Umweltbedingungen flexibel zu reagieren und ein Überleben zu garantieren. Sie ist so gering, dass selten aus ihr Radiation und Artbildungsprozesse resultieren. Sie ist aber groß genug, um eine hohe Diversität zuzulassen und die bestehenden hydrischen und edaphischen Gradienten mit verschiedenen Arten zu besetzen.

Suggested citation:
Parolin, P. (2002): Überlebensstrategien und Diversität von Bäumen an einem Extremstandort - Ein Beispiel aus amazonischen Überschwemmungswäldern - 1 in Biology at the University of Hamburg: 77 pp. DOI: 10.7809/thesis.habil.002.



Imprint  /  last update: 2013-01-28  by: Jens Oldeland search