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Fachbereich Biologie
Biozentrum Klein Flottbek und Botanischer Garten

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Aktuelles

31 Jan 2017 | Paulina Zigelski hat am 27.01.2017 den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Masterarbeit des Jahres 2016 an der Universität Hamburg bekommen. Der mit 100 € dotierte Preis wurde verliehen durch die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) und nach einer kurzen Präsentation im Rahmen des Institut-Kolloquiums von Dieter Hanelt überreicht.
In ihrer Masterarbeit "Molecular biogeography of the Syzygium guineense complex: How environment and genetics push suffrutication in Africas Miombo region" hat Paulina Zigelski erstmals die Ursprünge „unterirdischer Bäume“ im südlichen Afrika anhand einer Model-Art im Detail untersucht, bei deren Entstehung genetische und ökologische Faktoren eine tragende Rolle spielen. Die Arbeit wurde in unserer Arbeitsgruppe BEE erstellt und von Norbert Jürgens und Barbara Rudolph betreut.

Zusammenfassung:

Das Wald-Grasland-Mosaik der Miombo Region im Süden Afrikas beherbergt ein merkwürdiges Phänomen: Viele hölzerne Arten aus unterschiedlichen Pflanzenfamilien wachsen als Bäume in den dortigen Wäldern, haben aber nahe verwandte Taxa in den offenen Grasflächen, die dort als Zwergsträucher mit großer unterirdischer, hölzerner Biomasse, als „unterirdische Bäume“ oder geoxylischer Suffrutex wachsen. Um die genauen Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Baum und Suffrutex zu klären, wurde deshalb die Myrtaceaea Syzygium guineense (Willd.) DC s.l. als Modellart ausgewählt. Der Einfluss von Genetik und Umwelt auf die unterschiedlichen Wuchsformen und die Evolution des Suffrutex wurden untersucht und beurteilt. Sieben unterschiedliche S. guineense - Phänotypen wurden identifiziert, gesammelt und ökologisch und genetisch mittels Sequenz- und SSR-Analyse charakterisiert. Alle Phänotypen waren genetisch sehr ähnlich, wobei dennoch drei distinkte Genotypen, die breiteren Ökotypen entsprechen, ausgemacht werden konnten: ein wasser-gebundener Baum-Ökotyp, welcher entlang von Flüssen wächst; ein störungstoleranter Baum/Strauch-Ökotyp, der auf ferralitischen Böden der Miombowälder wächst sowie der Suffrutex-Ökotyp - der unterirdische Baum - der offenen, sandigen Grasflächen. Die genetischen Muster und ihre Ähnlichkeit, im Kontrast zu den deutlich unterschiedlichen ökologischen Eigenschaften, deuten auf einen gemeinsamen Vorfahren aus feuchten, tropischen Regionen, welcher sich durch sich verändernde Umweltbedingungen in verschiedene ökologische Richtungen entwickelte. Der Klimawandel vor ungefähr 2.5 mio Jahren führte zu einer gesteigerten Niederschlags-Saisonalität, jahreszeitlich trockeneren Bedingungen und damit einhergehend Habitatverlusten für die feuchttropischen Biota. Eine evolutive Anpassung daran wurde für S. guineense durch seine Polyploidie ermöglicht, eine genetische Vorangepasstheit, die eine erhöhte Reaktionsfähigkeit auf Umweltfaktoren erlaubt. Von diesen sind wahrscheinlich Frost und Feuer bedeutende Initiatoren der Lebensform, da häufigere Frost- und Feuerereignisse eine Konsequenz der zunehmend ausgeprägten Trockenzeiten sind. Insofern sind es wohl die Kombination von genetischer Vorangepasstheit und als Filter wirkenden Umweltveränderungen, die die Evolution des S. guineense-Suffrutex vorangetrieben haben, wobei aber noch nicht genug Zeit vergangen ist, um ihn als scharf getrennte eigene Art zu bezeichnen.
11 Jan 2017 | Seit dem 1. Januar 2017 ist Dr. Diana Quiroz 18 Monate als Postdoktorandin im Arbeitsbereich Biodiversität, Evolution und Ökologie der Pflanzen (BEE) tätig. Für ihr Forschungsprojekt dokumentiert sie Ritualpflanzen unter den Kora, eine ethnische Gruppe in West-Zentral-Mexiko. Ziel ist es, Basisdaten über Pflanzenverwendung, Bedrohungs- und Erhaltungszustand von Nutzpflanzen und insbesondere von essbaren Nutzpflanzen, pflanzlichen Wildverwandten und das damit verbundene Wissen zu erhalten. Aus diesen Daten hofft sie, Richtungen für die zukünftige Forschung (z.b. Pfade und Evolutionsmechanismen der Kulturpflanzen) zu identifizieren. Ihr Projekt wird gefördert durch den DAAD im Rahmen des Programms „Postdoctoral Researchers International Mobility Experience (PRIME)“. Während dieser Zeit verbringt sie 12 Monate am Institut für Untersuchungen über Ökosysteme und Nachhaltigkeit (IIES) der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM). Diana Quiroz studierte Umwelt- und Ressourcenmanagement (Bachelor) an der BTU-Cottbus und Ökologische Landwirtschaft (Master) an der Universität Kassel in Witzenhausen. Im März 2015 erhielt sie ihr Doktortitel in Ethnobotanik an der Universität Wageningen und dem Naturalis Biodiversity Center in den Niederlanden. Für ihre Doktorarbeit untersuchte Dr. Quiroz die Relevanz der westlichen und zentralafrikanischen traditionellen Religionen für Naturschutz, menschliche Gesundheit und Kultur.
11 Jan 2017 | Wir heissen Frau Leena Naftal (BSc.) von der Namibian University of Science and Technology (NUST) herzlich willkommen. Sie wird während ihres zweiwöchigen Aufenthaltes zusammen mit Dr. Jens Oldeland erlernen wie sich hochauflösende Drohnenbilder nutzen lassen um die Baumartenzusammensetzung und Diversität des Savannen-Biodiversitäts-Observatoriums Sandveld in Nord-Namibia zu erfassen. Das Ziel ist es die bestehenden Arbeitsschritte der Vegetationsdauerbeobachtung durch Drohnen zu unterstützen. Ihr Aufenthalt wird gefördert durch das SASSCAL Projekt Task Nr. 159 "Strengthening a regional Biodiversity Observation Network in the region.".
21 Dec 2016 | Es ist ein kurzer Dokumentarfilm über Termiten (Macrotermes spp.) in Namibia in der Mediathek des Kinderkanals KIKA verfügbar. In diesem nimmt Dr. Kristin Marie Krewenka als Expertin teil. Der Film wurde im April auf der Farm Erichsfelde, nördlich von Windhoek aufgenommen.
17 Nov 2016 | Frau Seble Metaferia Hailu vom Wondo Genet College of Forestry and Natural Resources in Äthiopien ist für drei Wochen (vom 14. November bis 2. Dezember 2016) zu Gast des Arbeitsbereichs Biodiversität, Evolution und Ökologie der Pflanzen (BEE). Der Besuch wurde durch das ARBONETH Projekt des Geographischen Instituts der Universität Hamburg ermöglicht. Es ist Sebles erster Besuch in Deutschland. Zweck des Besuchs ist es, zusammen mit Dr. Ute Schmiedel das Paraökologen-Programme, das Seble am Wondo Genet College koordiniert, zu planen und weitere Schritte zu diskutieren. Seble freut sich auf den Austausch mit den Kollegen des Arbeitsbereichs und darüber hinaus.

Impressum  /  letzte Aktualisierung: 2013-09-12  durch: Norbert Jürgens EN